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Klostret Gevelsberg
Gevelsberg var ett kloster
grundat 1236 som innehades av Cisterciensernunnor. Klostret stängdes den 11
januari 1812. Det hade två dotterkloster, Benninghausen grundat 1240 och
Schledenhorst grundat 1241.
Efter 1577 blir det ett
nunnekloster för både katolska och protestantiska kvinnor.
Ein Kloster wurde gegründet
Da war man sich bald einig, dass hier ein Kloster errichtet werden müsse,
was dann auch die Zister-zienserinnenklöster zu Altenberg (Bergisches Land)
und Heisterbach (Siebengebirge) veranlassten. Eine erste Kirche, "Engelbert-Kirchlein"
genannt, findet 1235, also zehn Jahre nach der Mordtat, erste urkundliche
Erwähnung: Datiert vom 13.Mai, hat sie die Schenkung einer Jahresrente von 3
Mark an die Stiftskirche durch Graf Heinrich von Berg und seiner Gemahlin
Irmgard (Engelberts Nichte) zum Inhalt. 1236 folgt die erste urkundliche
Nennung des Sühneklosters.
Das Grundvermögen der Abtei bestand zunächst aus den eingezogenen Gütern des
Grafen Friedrich von Isenburg, Engelberts Mörder. Durch Schenkungen,
Stiftungen und Erwerb weiteren Geländes vermehrte es sich im Laufe der Jahre
erheblich. Auch manche eintretende Nonne vermachte ihr Vermögen dem Kloster,
das zusehends große Bedeutung erlangte und zum beherrschenden und
bestimmenden Faktor in Gevelsberg wurde.
Von den Jungfrauen wurden Armut; Keuschheit und Ehelosigkeit verlangt. Die
Nonnen trugen ein weißes wollenes Kleid, ein schwarzes Obergewand, einen
schwarzen Gürtel und schwarzen Schleier. Beim Besuch der Kirche streiften
sie einen weißen Chormantel über. An der Spitze der Nonnen stand die
Äbtissin. Ihre Vertreterin war jeweils die Priorin, während die Küsterin das
gesamte Rechnungswesen verwaltete. Insgesamt folgten 20 Äbtissinnen
aufeinander. Dem Kloster gehörten sowohl geistliche als auch weltliche
Schwestern an. Das Kirchlein bildete den Mittelpunkt der Anlage.
Ursprünglich war es ein Gebäude aus Holz, das dann durch einen Steinbau
ersetzt wurde. Wann dies geschah, ist leider nicht belegt. Sein
Tonnengewölbe mit 2 m starken Mauern befindet sich noch heute als
Abstellraum im Hause "Im Stift Nr.7".
In einer Nische der Kirche hatte eine fast 2,10 m große holzgeschnitzte
Figur Engelberts, die 1230 angefertigt worden war, ihren Standplatz. Später
wurde sie in der 1871 eingeweihten katholischen Kirche "St. Engelbert"
aufbewahrt und dann 1889 "verliehen", jedoch nie wieder zurückgegeben. Das
inzwischen stark lädierte und auf Dauer wohl nicht mehr zu rettende
Standbild befindet sich seit Jahrzehnten im Westfälischen Landesmuseum in
Münster. Geblieben ist den Gevelsbergern lediglich eine fotografierte Kopie,
die sich seit 1975 im Rathaus, im Eingangsbereich vom Verwaltungs- zum
Ratstrakt, befindet, aber selbst bei Kunstausstellungen kaum die ihr
zukommende Beachtung findet.
Umwandlung in ein Damenstift
Die Klöster wurden reicher und reicher, auch der Besitz des Gevelsberger
Klosters mehrte sich. Die Pächter der Güter waren zu nicht unerheblichen
Abgaben verpflichtet. Durch den Reichtum, aber auch dadurch, dass zunehmend
adelige Jungfrauen in das Kloster eintraten, die auf ihre bisher gewohnten
Annehmlichkeiten nicht verzichten wollten, lockerten sich Leben und Ordnung
in der Klostergemeinschaft. Nach und nach legten die Nonnen ihre
Ordenstracht und die strengen Ordensregeln ab.
Das Kloster wurde in ein hochadeliges freiweltliches Damenstift umgewandelt:
Zwei Urkunden aus dem Jahr 1577 sagen über den Wandel aus. Die Nonnen hießen
nun Kapitularinnen, auch Jungfern (im Volksmund "Juffern") oder Stiftsdamen
genannt. Die meisten stammten aus altadeligen westfälischen Familien. Zum
Teil wohnten die "Juffern" in so genannten "Juffernhüskes", von denen sich
eins an der Kölner Straße befand. Im November 1910 wurde es abgebrochen.
Die letzte Äbtissin des Klosters hieß Anna von Hövell, die bis 1581 auch das
Damenstift leitete. Die Bezeichnung "Äbtissin" für die Leiterin wurde
beibehalten.
Das "Engelbert-Kirchlein" bildete auch den Mittelpunkt des hochadeligen
freiweltlichen Damenstifts. Die Bewohner der Bauernschaft Mylinghausen
gehörten weiterhin zum katholischen Kirchspiel Schwelm, wo sie auch getauft,
getraut und beerdigt wurden. Die Stiftsdamen hatten ihren eigenen Friedhof,
den Stiftsfriedhof (heute Kirmesplatz bzw. "Am alten Kirchplatz")
Es soll nicht immer friedlich und harmonisch zugegangen sein im Damenstift.
Die Ordnung war zwar durch Statuten und Gewohnheiten geregelt, jedoch gab es
einige selbstherrliche Äbtissinnen, die sich kaum darum kümmerten und
äußerst willkürlich schalteten und walteten. Das älteste Stiftsstatut stammt
übrigens aus dem Jahre 1606, eine Kopie ist im Schloemann-Buch "Geschichte
von Gevelsberg" (1907) abgedruckt.
Die Reformation fasste Fuß
Nachdem Martin Luther die neue kirchliche Bewegung ausgelöst hatte, wandte
sich der Adel in Westfalen mehr und mehr von der römisch-katholischen
Religion ab. Folglich übertrug sich der Wandel, auch auf seine Töchter. Aber
es dauerte bis 1590, bis die lutherische Lehre in Gevelsberg, im Stift und
in der Bauernschaft Mylinghausen, zögernd Fuß fasste.
Der aus Schwelm stammende und dort auch wohnende Diedrich Vogt (Theodoricus
Voget, auch "Herr Diederich von Schwelm" genannt) war zu dieser Zeit der
zuständige Pfarrer. Obwohl römisch-katholischen Glaubens, ging er in den
letzten Jahren seines Lebens dazu über, den Stiftsdamen und den sich der
Stiftskirche zugehörig fühlenden Gemeindegliedern das Heilige Abendmahl nach
lutherischer bzw. biblischer Lehre in beiderlei Gestalt − Brot und Wein − zu
reichen. Der Kelch war das Symbol des Protestantismus und bedeutete zum
einen die Absage an die päpstliche Kirche, zum anderen das Bekenntnis zur
Lehre Luthers. Vogts "schwankende Haltung" wird von einem Chronisten damit
begründet, dass er schon sehr betagt gewesen sei, als die Stürme der
Reformation auf ihn eingedrungen seien. Er starb 1592. Die Schwelmer Kirche
las für ihn eine Seelenmesse.
Der erste lutherische Pfarrer
Im folgenden Jahr − 1593 − wählten die damalige Äbtissin Clara von Hoete und
alle Kapitularinnen den lutherischen Hilfsprediger Heinrich Reiss (Heinrich
Riese) aus Oberwengern zum ersten lutherischen Pfarrer von Gevelsberg. Am
1.April 1593 trat er sein Amt an. Pfarrer Schloemann in seinem erwähnten
Buch: "So ist denn das Jahr 1593 das eigentliche Reformationsjahr der
Gemeinde."
Die Berufungsurkunde des Heinrich Riese hatte folgenden Wortlaut: "Wir,
Klara vom Hoete Abbadissa und sämptliche Kapitular-Jouffern des Adlichen und
frihen weltlichen Stiffts Gevelsbergh, verkunden hiermit und in Kraft deußes
vor uns und unsre Nachkomblinge und allermennichliche bezeugende, − Demnach
durch zeitlich hinscheidend des etwen würdighenn und wohlgelerten Herrn
Diedrich Voget von Schwelme seligen Angezeigten, unseres adlichen frihen
weltlichen Stiffts Zeit Lebens gewesenen Kirchendiener − der Dienst bei uns
vacirt und erledigtt: Ohne Nachteill aber Gottlicher ehre Alß auch unserer
und anderer heilsamer Unterrichtung des Kirchendieners nicht ahn sein können,
noch sollen: Wir demegst, den auch würdigen und wohlge-lerten Herrn
Henrichen Reißen von Bommern, von dessen ehrlichen eheliche geburt und guten
wandell wir Zeugnuß haben. Er auch ein Zeit hero zu unsers Herren Grafschaft
Marck, Ambt Wetter zugelegener berhumbter parrkirchen, Ob-Wengern
berauffener und zugelassener Vicarius und öffentlichen Predigt-Ambts Diener
gewesen ist, hinweddernmb alß genochsam qualifizierte Person zu unseres
adlichen frihen Stiffts Kirchendienern berauffen und angenommen haben,
hiemit und Krafft deußes, gestalt Uns und unserer Kirchen am predigt Ambt,
Verreichung der Sakramente und waß sunsten zur Verrichtung des gantzen
Gottesdienstes gepreuchlich, nützlich und angehorend, getreulich vorzustehen,
zu maßen solches vor Gott und ordentlicher Obrigkeit mit Grund heiliger
schritt zu behaubten, − Gestalt dann Er mit Erlaubnis seines Pastoris
unseren christlichen Berauf angesehen, gefolgt, den Gottes- und
Kirchendienst Solcher gestalt Auf und angenommen. Zu Urkunt der Wahrheit
haben wir, Abbadissa und Kapitularen obgemelte deußen Vocations Brieff mit
unseres adlichen frihen weltlichen Stifts angehengten Ingesigell befestiget.
Actum: Gevelsbergh Im Jahre ach der heilsamen gepurrt Christi. Ein thausend
vunf hundert Negentzig und drie. Donnerdagh den ersten tagh Monath Aprilis."
Immerhin wurden also dem neuen Pfarrer in dieser Urkunde auch die eheliche
Geburt und ein guter Wandel bescheinigt.
Aufkommen der reformierten Lehre
Neben den seit etwa 1525 bestehenden evangelisch-lutherischen Landeskirchen
existierte seit 1541 die ebenfalls evangelische reformierte (calvinistische)
Kirche. Bei uns in Gevelsberg der Mylinghauser Bauerschaft, die mit Beginn
der Reformation zusammen mit dem Stift eine gemeinsame lutherische
Kirchengemeinde bildete, machte sich die reformierte Auffassung zuerst 1646
bemerkbar. Da sollten sich zwei Schwestern bei der Aufnahme ins Stift
eidlich der lutherischen Lehre verpflichten, was diese jedoch ablehnten. Die
Äbtissin Anna Lucia von Hoete, als äusserst selbstherrlich bezeichnet, soll
sie dazu angestiftet haben. Die Äbtissin begann auch damit, die Chorgesänge
zu ändern und liess überdies heimlich einen reformierten Prediger aus
Bommern kommen, der dann das Abendmahl nach calvinistischer Traditionbzw. in
austeilte und auch in der Stiftskirche predigte.
Stiftspfarrer war zu dieser Zeit Theodor Mallingradt, der − ein Mann von
ernster Gesinnung und Verfasser eines Erbauungsbuches − darüber sehr erzürnt
war und die Äbtissin wohl gemass-regelt haben dürfte.
Die selbstherrliche Äbtissin lebte fortan in ständigem Streit mit dem
Pfarrer und soll alles versucht haben, sich von ihm zu lösen. Es wird ihr
nachgesagt, weltlicher Lust zugeneigt gewesen zu sein und diese im Stift
sogar begünstigt zu haben. So liess sie, sicherlich um den Pfarrer zu ärgern,
an einem Busstag im Stift musizieren, während sie an einem anderen Sonntag
geflissentlich die Trunkenheit ihrer Dienerschaft übersah. Anna Lucia von
Hoete unternahm alles, Pfarrer Mallingradt kaltzustellen. Das Hinarbeiten
auf einen Bekenntniswechsel schien ihr dabei wohl der richtige Weg zur
Erreichung ihres Zieles zu sein. Des öfteren liess sie auch den reformierten
Prediger Teschenmacher aus Elberfeld öffentlich in der Stiftskirche predigen.
Als Pfarrer Mallingrodt 1661 starb, hatte die Äbtissin freie Hand.
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